Bioverfügbarkeit: Warum tierische Nährstoffe wirksamer sind als pflanzliche Alternativen
Die meisten Menschen, die sich mit Nahrungsergänzungsmitteln befassen, stellen sich früher oder später dieselbe Frage: Kommt der Wirkstoff wirklich dort an, wo er gebraucht wird? Die Antwort hängt von einem Begriff ab, der in der Ernährungswissenschaft eine zentrale Rolle spielt, nämlich Bioverfügbarkeit. Dahinter steckt weit mehr als die bloße Menge eines Nährstoffs in einem Lebensmittel oder einer Kapsel. Es geht darum, wie viel der Körper tatsächlich aufnehmen, transportieren und verwenden kann. Und genau hier zeigen sich erhebliche Unterschiede zwischen tierischen, pflanzlichen und synthetischen Quellen.
Was bedeutet Bioverfügbarkeit genau?
Bioverfügbarkeit beschreibt den Anteil eines aufgenommenen Nährstoffs, der nach der Verdauung tatsächlich in den Blutkreislauf gelangt und dem Gewebe zur Verfügung steht. Ein Lebensmittel kann rechnerisch reich an einem bestimmten Vitamin oder Mineral sein und dennoch wenig davon an den Körper abgeben. Die Ursachen dafür sind vielfältig: Antinutritiva wie Phytate und Oxalate in Pflanzenkost binden Mineralstoffe und verhindern deren Aufnahme im Darm. Synthetische Formen von Vitaminen werden häufig schlechter erkannt als ihre natürlich vorkommenden Gegenstücke. Und isolierte Nährstoffe fehlen oft die Cofaktoren, die für ihre Aktivierung und Verwertung im Körper notwendig sind.
Das Beispiel Eisen: Ein deutlicher Kontrast
Kaum ein Nährstoff veranschaulicht die Unterschiede in der Bioverfügbarkeit so eindrücklich wie Eisen. Tierisches Hämeisen, wie es in Rinderleber und anderen Innereien vorkommt, wird vom menschlichen Darm mit einer Absorptionsrate von etwa 15 bis 35 Prozent aufgenommen. Nicht-Hämeisen aus pflanzlichen Quellen wird hingegen nur zu 2 bis 20 Prozent absorbiert, und diese Rate schwankt stark in Abhängigkeit vom restlichen Mahlzeitinhalt. Phytate aus Getreide und Hülsenfrüchten, Polyphenole aus Tee und Kaffee sowie calciumreiche Lebensmittel können die Aufnahme von pflanzlichem Eisen drastisch hemmen.
Hämeisen wird über einen eigenen Transportmechanismus in der Darmschleimhaut aufgenommen, der weitgehend unabhängig von anderen Nahrungsbestandteilen funktioniert. Das macht es zu einer zuverlässigen und effizienten Quelle, insbesondere für Menschen mit erhöhtem Bedarf wie Frauen im gebärfähigen Alter, Schwangere oder Leistungssportlerinnen und Leistungssportler. Gefriergetrocknete Rinderleber, wie sie im Grass-Fed Beef Liver von N2T Nutrition enthalten ist, liefert Hämeisen zusammen mit Kupfer, das für den Einbau von Eisen in Hämoglobin essenziell ist. Diese Kombination ist in synthetischen Eisenpräparaten kaum reproduzierbar.
Vitamin A: Retinol und die Grenzen der pflanzlichen Vorstufe
Ein ähnliches Bild zeigt sich beim Vitamin A. Pflanzliche Quellen wie Karotten oder Spinat liefern kein echtes Vitamin A, sondern Vorstufen wie Betacarotin, die der Körper erst in verwertbares Retinol umwandeln muss. Diese Umwandlungsrate ist jedoch sehr variabel und bei vielen Menschen stark eingeschränkt. Genetische Polymorphismen im Enzym BCMO1, das für die Spaltung von Betacarotin zu Retinol verantwortlich ist, führen dazu, dass ein erheblicher Anteil der Bevölkerung aus pflanzlichem Betacarotin kaum nutzbares Vitamin A gewinnt. Untersuchungen legen nahe, dass die tatsächliche Umwandlungseffizienz bei betroffenen Personen im Verhältnis von bis zu 28 zu 1 liegen kann, was bedeutet, dass bis zu 28 Mikrogramm Betacarotin erforderlich sind, um ein einziges Mikrogramm Retinol zu bilden.
Retinol, wie es in Rinderleber in hoher Konzentration natürlich vorkommt, ist dagegen direkt vom Körper verwertbar. Es muss keine Umwandlung stattfinden. Der Nährstoff steht unmittelbar für Sehfunktion, Immunabwehr, Zellwachstum und Reproduktion zur Verfügung.
Das Prinzip der Nährstoffsynergie
Was tierische Lebensmittel und insbesondere Innereien von synthetischen Nahrungsergänzungsmitteln grundlegend unterscheidet, ist das Prinzip der Nährstoffsynergie. In einem natürlichen Lebensmittel liegen Vitamine, Mineralstoffe, Enzyme und Cofaktoren in Verhältnissen vor, die sich über Jahrmillionen evolutionärer Anpassung herausgebildet haben und auf die Biochemie des menschlichen Körpers abgestimmt sind. Isolierte Präparate können dieses Zusammenspiel kaum nachbilden.
Ein anschauliches Beispiel ist Coenzym Q10. Die höchste natürlich vorkommende Konzentration dieses mitochondrialen Enzyms findet sich im Herzmuskel. Rinderherz, das im Organ Complex von N2T Nutrition enthalten ist, liefert CoQ10 zusammen mit einer Reihe von B-Vitaminen, insbesondere Vitamin B2 und B3, die für die Synthese und Regeneration von CoQ10 im menschlichen Gewebe mitverantwortlich sind. Synthetische CoQ10-Kapseln fehlt dieser biochemische Kontext vollständig.
Dasselbe gilt für das Verhältnis von Kupfer und Eisen in der Rinderleber. Kupfer ist für den korrekten Eisenstoffwechsel notwendig, und beide Mineralstoffe kommen in der Leber in einem natürlich ausgewogenen Verhältnis vor. Synthetische Eisenpräparate ohne ausreichende Kupferversorgung können diesen Synergismus nicht abbilden.
Die Bauchspeicheldrüse als natürliche Enzymquelle
Ein weniger bekannter, aber wissenschaftlich gut belegter Aspekt ist der Nutzen von Verdauungsenzymen aus dem Pankreas. Das Pankreasgewebe von Weidetieren enthält Proteasen, Lipasen und Amylasen, also exakt jene Enzyme, die der menschliche Körper selbst produziert, um Nahrung aufzuspalten. Im Organ Complex von N2T Nutrition ist Pankreas neben Leber, Herz, Milz, Niere und Lunge enthalten. Dieser Bestandteil unterstützt die Verdauungskapazität auf natürliche Weise, ohne synthetische Enzymkonzentrate oder Hilfsstoffe.
Marine Quellen und Spurenelemente aus dem Meer
Nicht nur Innereien vom Rind, sondern auch marine Quellen zeichnen sich durch außergewöhnliche Bioverfügbarkeit aus. Austern gelten als eine der konzentriertesten natürlichen Zinkquellen überhaupt, und das in einer Form, die der Körper direkt aufnehmen kann. Im Gegensatz zu pflanzlichem Zink aus Hülsenfrüchten oder Kernen, das durch Phytate in seiner Absorption gehemmt wird, liegt das Zink in Austern als Teil von Aminosäurekomplexen vor, die effizient transportiert werden. Austern enthalten darüber hinaus organisch gebundenes Jod, Selen sowie Taurin und weitere marine Mikronährstoffe, die in pflanzlicher Kost nicht oder nur marginal vorkommen.
Im Women's Complex von N2T Nutrition bilden gefriergetrocknete Austern den Hauptbestandteil. Sie liefern diese marine Spurenelementkombination in konzentrierter Form, ergänzt durch Milz und Kolostrum mit seinen natürlichen Immunglobulinen.
Gefriertrocknung: Nährstoffe in ihrer natürlichen Struktur erhalten
Die schonendste Methode, biochemische Nährstoffkomplexe zu erhalten, ist die Gefriertrocknung. Bei diesem Verfahren wird dem Rohmaterial durch Sublimation das Wasser entzogen, ohne es Hitze auszusetzen. Hitzesensitive Enzyme, Cofaktoren und fettlösliche Vitamine bleiben dabei in ihrer natürlichen Struktur erhalten. Im Gegensatz zur Hochtemperaturverarbeitung, die viele konventionelle Supplement-Formen durchlaufen, bleibt das biochemische Profil des Ausgangsmaterials nahezu identisch mit dem des frischen Gewebes.
Alle Produkte von N2T Nutrition werden aus gefriergetrocknetem Gewebe von estnischem Weidevieh hergestellt, das ausschließlich mit Gras gefüttert wurde und keinerlei Hormonen oder Pestiziden ausgesetzt war. Die resultierende Fettsäurezusammensetzung mit einem natürlich günstigeren Omega-3-zu-Omega-6-Verhältnis gegenüber konventionell gehaltenen Tieren ist ein weiterer Qualitätsaspekt, der weit über die einzelnen Mikronährstoffe hinausgeht.
Was das für die tägliche Praxis bedeutet
Die Wissenschaft der Bioverfügbarkeit zeigt, dass Ernährung und Nahrungsergänzung nicht allein eine Frage der Nährstoffmengen ist. Wie ein Nährstoff aufgenommen wird, mit welchen anderen Verbindungen er interagiert und in welcher Form er dem Körper angeboten wird, entscheidet darüber, ob er tatsächlich seine Wirkung entfaltet. Tierische Lebensmittel und im Besonderen Innereien wie Leber, Herz, Niere und Milz liefern ein biochemisches Profil, das pflanzliche Quellen und isolierte synthetische Präparate in vielen Bereichen nicht erreichen.
Das ist kein ideologisches Argument, sondern das Ergebnis einer wachsenden Zahl ernährungswissenschaftlicher Studien, die zeigen, wie sehr die Herkunft und Form eines Nährstoffs dessen Wirkung im Körper bestimmt. Für alle, die ihre Nährstoffversorgung auf einer soliden und wissenschaftlich fundierten Grundlage aufbauen möchten, bieten gefriergetrocknete Innereien vom Weidevieh eine der direktesten und effizientesten Möglichkeiten dazu.
Referenzen:
Hunt JR. (2003). Bioavailability of iron, zinc, and other trace minerals from vegetarian diets. The American Journal of Clinical Nutrition. https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/12936958/
Tang G. (2010). Bioconversion of dietary provitamin A carotenoids to vitamin A in humans. The American Journal of Clinical Nutrition. https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/20200262/
Leung WC et al. (2009). Two common single nucleotide polymorphisms in the gene encoding beta-carotene 15,15'-monoxygenase alter beta-carotene metabolism in female volunteers. FASEB Journal. https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/19010968/
EFSA Panel on Dietetic Products, Nutrition and Allergies. (2015). Scientific Opinion on Dietary Reference Values for iron. EFSA Journal. https://efsa.onlinelibrary.wiley.com/doi/10.2903/j.efsa.2015.4254
NIH Office of Dietary Supplements. (2024). Iron: Fact Sheet for Health Professionals. https://ods.od.nih.gov/factsheets/Iron-HealthProfessional/
Littarru GP, Tiano L. (2007). Bioenergetic and antioxidant properties of coenzyme Q10: recent developments. Molecular Biotechnology. https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/17914161/
Hallberg L, Hulthen L. (2000). Prediction of dietary iron absorption: an algorithm for calculating absorption and bioavailability of dietary iron. The American Journal of Clinical Nutrition. https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/10731489/
Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE). (2021). Referenzwerte für die Nährstoffzufuhr. https://www.dge.de/wissenschaft/referenzwerte/